Vom Kap der guten Startup Hoffnung

Von Verena Lahner

5 Gründe warum Kapstadt das Silicon Valley Afrikas wird

Nicht nur Mother City, sondern auch Boomtown – Kapstadt erfindet sich rund 25 Jahre nach dem Ende der Apartheid neu und wird zum Spielplatz für die Gründer von Morgen.

 
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Muss das Silicon Valley als Zentrum innovativer Technologien und aufstrebender Startups ernsthafte Konkurrenz fürchten?

Wendet man den Blick nach Kapstadt, das sich in den letzten Jahren als kontinentales Zentrum der Tech-Startup-Szene in Afrika etabliert hat, eine wenn auch nicht ganz ernst gemeinte, dennoch interessante Frage.

Der Gründer-Trend lässt sich, nicht nur durch immer neue Firmenschilder an Gebäuden, sondern vor allem durch Studien belegen. Die Gründe, warum sich so viele junge Unternehmen in Afrika gerade in Kapstadt niederlassen sind so vielfältig wie die Stadt selbst. Seit dem Ende der Apartheid 1991 vollzog Südafrika einen enormen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel. Doch was macht Kapstadt gerade für die Startup-Szene so interessant?

 

 

1. Hipper Talent Pool: Elite-Unis in den Weinbergen

Ideen für erfolgreiche Gründungen werden häufig bereits während des Studiums geboren. Paul Graham, Mitbegründer eines der erfolgreichsten Gründerzentren Y Combinator und Startup-Experte, ist der Meinung, dass der Campus einer Universität die perfekte Atmosphäre für Gründer bietet. Die Studenten treffen hier auf gleichgesinnte „Nerds“, die den Wunsch nach Erfolg und Selbstverwirklichung teilen.

Während sich das bekannte Silicon Valley in unmittelbarer Nähe zur renommierten Stanford University befindet, beheimatet auch Kapstadt einige renommierte Universitäten und Colleges. Vier bekannte Universitäten wie die Universität Kapstadt (UCT), die renommierte Stellenbosch University (SU) in den berühmten Winelands, die Universität des Westkaps und die Cape Peninsula University of Technology befinden sich in einem Umkreis von lediglich 60km. Die Absolventen dieser Bildungseinrichtungen dienen zudem als zukünftiges Fachpersonal, das für aufstrebende Startup-Unternehmen von unschätzbarem Wert sein kann.

 

 
 

Südafrikanern liegt Gründen im Blut

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2. Das Silicon Cape: Ein boomendes Startup Eco-System

Bereits seit 1999 wurden am Kap der guten Hoffnung Tech-Unternehmen gegründet, die sich heute enorm erfolgreich am Markt etabliert haben. Eine Mehrzahl der wirtschaftlichen Erfolgsstories Südafrikas hat ihren Ursprung am Westkap genommen. Beispielsweise wurde hier neben dem Cloud-Computing-Anbieter Amazon Web Services, das auf SSL-Zertifikate spezialisierte Unternehmen Thawte und das mittlerweile von Visa übernommene Fundamo gegründet. Die CEOs erfolgreicher Startups wie MxitTriggerfish Animation Studios und BSG führen das Wachstum ihrer Unternehmen unter anderem auf die vielen talentierten Experts Kapstadts zurück.

Die Tatsache, dass sich hier besonders viele Startups hervortun, ist auch dem Umstand geschuldet, dass erfolgreiche Startups häufig neue Gründungen erzeugen. Dies liegt unter anderem an der wachsenden Gründermentalität, die dazu führt, dass Startup-Mitarbeiter selbst nach beruflicher Unabhängigkeit streben und sich über kurz oder lang mit eigenen Ideen verwirklichen möchten. Erfolgsgeschichten anderer Unternehmen inspirieren zu neuen mutigen Wagnissen. Dabei werden sie häufig von bereits etablierten Unternehmen unterstützt. Auf diese Weise entstehen immer schneller, immer weitere Neugründungen.

 

 

3. Support, please: Inkubatoren in Strandlage

Das kontinuierlich wachsende Support-System für Gründer, unter anderem in Form von Finanzierungsangeboten, lässt die Startup-Industrie in Südafrika boomen. Moderne Inkubatoren in aufregenden Locations und Offices ermöglichen es, valide Ideen mithilfe eines großen Netzwerks zu erfolgreichen Unternehmen aufzubauen. Dabei spielt Mentoring eine ebenso wichtige Rolle wie die Unterstützung in finanzieller Hinsicht.

Bandwidth Barn, eines der weltweit führenden ICT Gründerzentren, und die private Non-Profit-Organisation Silicon Cape Initiative sind Beispiele für angesehene Initiativen. Ihre Vision ist es, den Kontakt zwischen lokalen und internationalen Investoren, Techniktalenten und Unternehmern herzustellen. Die UCT Samsung Mobile Innovation Laboratory (SMILe) ist Samsungs erste Innovation Unit in Afrika, deren erklärtes Ziel es ist, die Zahl mobiler Innovationen zu steigern und Fähigkeiten zu fördern. Weitere in Kapstadt ansässige Inkubatoren sind RLabsMIH Media Lab88mphU-Start und Workshop 17.

 
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SpaceX, PayPal und Tesla wurden vom Südafrikaner Elon Musk gegründet

4. Gründerfreundliche Gesetzgebung ohne Bürokratie

Obwohl es Afrika generell an Risikokapital und Angel Funding fehlt, ist Südafrika, insbesondere Kapstadt, im Vergleich zu anderen Ländern gut aufgestellt. Eine Studie der Southern African Venture Capital and Private Equity Association zufolge werden 75% aller Risikokapital-Deals in Kapstadt geschlossen. Zu den Kapitalgebern aus dem Venture Capital Bereich zählen unter anderem Knife Capital, 4Di Capital, Invenfin, Business Partners Limited, Technology Innovation Agency und AngelHub Ventures wie auch Hasso Plattner Ventures Africa - die Investmentfirma des SAP-Gründers Hasso Plattner.

In den letzten Jahren wurden zudem viele Vorschriften und Regulierungen, die es Gründern zunächst erschwert hatten in Kapstadt Fuß zu fassen, außer Kraft gesetzt. Dank Organisationen wie der Red Tape Reduction Unit, die bürokratischen Blockaden zu entfernen versuchen, ist es für Unternehmen heute einfacher und kostengünstiger, in Südafrika geschäftlich tätig zu sein.

 

 

5. Kapstadt als kreatives Kraftwerk dank eines einzigartigen Lifestyles

Kapstadt bietet, ähnlich wie das Silicon Valley, ein perfektes Netzwerk für wohlhabende Financiers und Technik-Geeks. Aber nicht nur die Netzwerke und die vielen Support-Systeme sind ausschlaggebend dafür, dass sich Gründer hier wohlfühlen. Die 2014 zur World Design Capital ausgezeichnete Stadt beeindruckt als kreativer Hotspot. Menschen vieler verschiedener Kulturen, die in der Stadt am Kap der guten Hoffnung aufeinandertreffen, schaffen eine ganz besonders innovative Atmosphäre. Jungen, weltoffenen Talenten bietet die Stadt mit ihrem entspannten Lifestyle, den weitläufigen Stränden, Bergen und hippen Coffee Shops die ideale Gründer-Kulisse.

Kapstadt steht aber auch für seine stylische Architektur und die vielen Kunstgalerien. Die vielfältigen Facetten machen die „Mother City“ zu einem Ort, an dem Investoren leben und Studenten ihre Wurzeln schlagen möchten.

 
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... nicht nur für Gründer

Doch nicht nur Gründer, Entrepreneure und Investoren zieht es wegen des besonderen Lifestyles nach Kapstadt. Die ganzjährige Sonnenscheingarantie und das vielseitige Angebot locken Reisende aus der ganzen Welt ans Kap, um die einzigartige "Mother City" zu entdecken. Und nicht zu vergessen die malerischen Winelands - das Gourmetparadies nahe der Metropole.

Und Südafrika hat noch viel mehr zu bieten: Ob hochalpines Terrainin den Drakensbergen, surreale Steppenlandschaften in der Karoo-Wüste, weitläufiges Busch- und Grasland bis hin zu endlosen Sandstränden – Naturliebhaber kommen voll auf Ihre Kosten. Die legendären Big Five lassen sich auf Safaris im Krüger Nationalpark und den privaten Game Reserves des Ostkaps bestaunen und die Begegnung mit dem Weißen Hai sorgt im tosenden Atlantik für Nervenkitzel. Kein Wunder, dass so viele Gründer ihr Herz an Südafrika verloren haben.

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Als Wirtschaftsstandort wird Kapstadt dem Branchen-Primus Silicon Valley in absehbarer Zeit vielleicht noch nicht den Rang ablaufen. In puncto Lebensqualität kann die Stadt mit ihrem entspannten Lifestyle jedoch locker mithalten und bietet Startups spannende Möglichkeiten ihr Potenzial zu entfalten. 

 

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